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am 15. April 2016

Leistbare Wohnungen – mit der Grünen Wohn-Offensive!

- Wohnungen um 5 € pro Quadratmeter? Tirol macht's vor! Mit der Grünen Wohnoffensive haben wir ein Maßnahmenpaket für leistbare Wohnungen zusammengestellt.

Immer mehr Menschen suchen dringend eine bezahlbare Wohnung, während die Mieten immer weiter steigen. Seit 2010 haben sich Eigentumswohnungen um mehr als 30 Prozent verteuert. Die Mieten von Wohnungen sind seit dem Jahr 2000 um 40 Prozent gestiegen. Sanierung und Neubau halten mit dieser Entwicklung nicht Schritt, Mietrechtsverhandlungen treten seit Jahren auf der Stelle. Weil die Regierung untätig ist, haben wir Grüne jetzt eine Wohnungsoffensive für leistbares Wohnen erarbeitet.

MEHR WOHNUNGEN AUF DEN MARKT BRINGEN

Wir wollen mehr Wohnungen aus dem Bestand auf den Markt bringen – auch derzeit leer stehende, und derer gibt es viele. Außerdem muss der Neubau angekurbelt werden. Beim Finanzausgleich muss die Zweckbindung der Wohnbauförderung wiederkommen – damit die Gelder nicht wieder wie damals unter Sobotka verspekuliert werden können. Die Regierung muss endlich handeln und die Mietrechtsreform angehen. Es braucht dringend einen runden Tisch zur Zusammenarbeit von Gemeinden, Ländern und Bund! 

„Wohnen ist ein Grundbedürfnis und ein Grundrecht, wird aber immer teurer. Die Regierung muss rasch einen runden Tisch einberufen und handeln!“
Gabriela Moser, Grüne Bautensprecherin

im detail:

die grüne wohn-Offensive

sofort-massnahmen für mehr wohnungen

  • Klären und erheben, wie viele Wohnungen leerstehen.
  • Leerstehende Wohnungen nützen.
  • Sanierungsbedürftige Wohnungen nachnutzen.
  • Renovierung mit Eigenleistung, beispielsweise leerstehende verfallende Gebäude durch Vereine – mit Handwerkern und Asylberechtigten gemeinsam in Stand setzen.
  • Erdgeschossige Gebäude aufstocken.
  • Ungenutzten Altbestand adaptieren (siehe die Seifenfabrik in Wien Döbling).
  • Billige Wohnungen an Menschen mit schwächeren Einkommen geben.

neubau von wohnungen 

1. Grundkosten senken:

  • Baurecht statt Grundkauf.
  • Vertragsraumordnung, Übernahme des Südtiroler Modells (50% der umgewidmeten Fläche für sozialen Wohnbau).
  • Baulandmobilisierung durch Umwidmungsdruck.

2. Finanzierungskosten senken:

  • Die Bundesfinanzierungsagentur muss auf Wohnbau ausgedehnt werden. Wohnbausparen und Pensionsvorsorge sollten mit staatlicher Prämie unterstützt werden. Der Grund: Die Finanzierungskosten verteuern den Wohnbau um bis zu 30 Prozent. Deshalb soll die Bundesfinanzierungsagentur auch für den Wohnbau günstiges Kapital zur Verfügung stellen. Außerdem soll neben Wohnbauförderungsmitteln auch privates Kapital zu günstigen Konditionen dem Wohnbau offenstehen. Eine Möglichkeit ist die Förderung des Wohnbausparens durch eine staatliche Prämie als nachhaltige Form der Zukunftsvorsorge.

3. Bauordnung vereinfachen – Normen entschlacken:

  • Seit Jahrzehnten fordern ExpertInnen wiederholt die Vereinheitlichung der Bauordnung und die Vereinfachung von Normen. 

4. Stellplatzverordnung neu:

  • Abstellplätze und Garagenplätze erfordern rund 15% der Baukosten von Wohnungen. Verhandlungen mit den Ländern sollen die Änderung der so genannten Reichsgaragenordnung zum Ziel haben und erfolgreich geführt werden.

5 € PRO QUADRATMETER? JA, ES GEHT!

​Das Land Tirol hat eine vorbildliche Wohnbauoffensive gestartet. Ziel ist, Wohnungen mit einem Mietpreis von rund fünf Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebs- und Heizkosten sowie Umsatzsteuer auf den Markt zu bringen. Rund 284 Millionen Euro des Landesbudgets fließen in das Projekt. Es soll Menschen mit niedrigen Einkommen leistbares Wohnen garantieren. Infos zur Tiroler Wohnbauoffensive

5. WOHNBAUFÖRDERUNG NEU:

Zugegeben, dieser Punkt ist sehr ausführlich und richtet sich an all jene, die es genauer wissen wollen. Bei Verhandlungen über die Neugestaltung der Wohnbauförderung sind folgende Punkte wesentlich und sollen umgesetzt werden:

  • Wohnbauförderung im Finanzausgleich zweckbinden (wie vor 2001/2009).
  • Darlehensrückflüsse zweckbinden.
  • Mietwohnungen gezielt fördern.
  • Gemischte Wohnformen verstärkt fördern (beispielsweise Seniorenheime mit jungen Leuten mischen, Studentenheim mit Flüchtlingsheim mischen, Senioren und Jungfamilien in speziellen Wohnprojekten koppeln).
  • Einkommensgrenze senken.
  • Darlehen statt Annuitätenzuschüsse.
  • Energieeffiziente Siedlungsstruktur fördern, keine Zersiedelung.
  • Mehr Energieeffizienz in der Wohnbauförderung verankern – mit höheren thermischen Standards im Vergleich zur Bauordnung und besonderen Anreizen für erneutes Unterschreiten der Mindestanforderungen.
  • Qualitätssicherung durch Förderung ökologischer Materialien und Überprüfung der Bauausführung sowie Gebäudebetrieb nach Fertigstellung.
  • Keine Wohnbauförderung für fossile Heizsysteme – weder im Neubau noch bei Sanierungen.
  • Thermische Sanierung (dreiviertel der Gebäude sind älter als 25 Jahre). Eine Sanierungsrate von drei Prozent sollte festgesetzt, ökologische Baumaterialien gefördert werden. Die Qualität der Sanierungsqualität sollte in den Fokus rücken, z.B. durch Ausführungskontrollen nach Baufertigstellung sowie verpflichtenden Sanierungskonzepte.
  • Verdichteten Flachbau und adäquate Dichten fördern, unterschiedliche Konzepte zulassen.
  • Reihenhaus wieder in die Fördermittel aufnehmen.
  • Den Förderungsschwerpunkt wieder auf den Geschosswohnbau verlagern, um den Bodenverbrauch zu reduzieren und die Grundkosten zu senken.
  • Bessere Förderung, wenn der Wohnraum an den öffentlichen Verkehr angebunden ist.
  • Förderung des Grundkostenanteils bei gleichzeitigen Maßnahmen gegen GrundstücksspekulantInnen und WidmungsgewinnerInnen.
  • Bewertung des gesamten Lebenszykluskosten der Baustoffe inklusive Entsorgung (keine Förderung von künftigem Sondermüll) – inklusive der grauen Energie in der Herstellung (beispielsweise Steinwolle aus Südamerika).
  • Effizienterer Mitteleinsatz durch Harmonisierung der Wohnbauförderung.
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